Unser nächstes Ziel sollte ein Kontrastprogramm zum
gediegenen Rauma werden. Im Hafenhandbuch suchte ich mir deshalb einen
Naturhafen namens Kaunissari aus, der nur rund 15 sm entfernt lag. Wieder kaum
Wind, nur eine kurze Zeit zog Carsten das Vorsegel als Motorunterstützung hoch.
Inseln und Steine säumten den Weg, den man vorsichtshalber auf offiziellen, in der Seekarte
ersichtlichen Routen abfährt, obwohl die weiten Wasserflächen dazwischen die
Möglichkeit einer Abkürzung suggerieren. Nicht alle Steine sind aber sichtbar
oder in der Karte vermerkt und so könnte der Versuch einer vermeintlichen
Zeiteinsparung schlimme Folgen haben. Am Ziel angekommen finden wir einen Steg
am bewaldeten Ufer der Insel vor, welcher mit fünf Mooringtonnen umgeben ist.
An ihm sind schon zwei Motorboote befestigt und die dazugehörigen finnischen
Familien nutzen die Feuerstelle am Ufer und grillen. Sofort springt ein Mann
auf und hilft beim Anlegen, was mit einem
„Anleger“ in Form eines Gläschens Whisky belohnt wird und auch die
Herzen des Restes der Familie aufschließt. Was für ein perfektes Stückchen
Erde: der am Strand liegende Feuer- und Grillplatz (Roste liegen dabei) wird
vervollständigt durch einen mit geschlagenen Holzscheiten randvollen
Holzschuppen (zur freien Nutzung!), einem Kompost- Toilettenhäuschen im Wald
(incl. Papier) und sichtbaren Pfaden durch den Wald in verschiedenen
Richtungen. Letzteres klingt banal, wer aber mit seinem Hund auf einer
bewaldeten Schäre „Gassi“ gehen will und nur undurchdringlichen Urwald
vorfindet, weiß dies durchaus zu schätzen. Nebenbei bemerkt kosten dieser gepflegte Steg und seine
Anlagen uns nichts! Eine Situation, welche zu Hause, glaube ich, undenkbar wäre.
Nachdem die finnischen Gäste den Ort in Richtung Sommerhaus verließen, nahmen
wir den Steg für zwei Tage allein in Beschlag, nur kurzzeitig unterbrochen
durch Badegäste, die nach einer Stunde wieder
fuhren. Baden, Angeln (ohne Erfolg), Inselerkundungen, Lesen oder
einfach nichts tun- Urlaub pur. Den Abend dann noch mit über dem Feuer
gegrillter Hähnchenbrust auf Couscous mit gemischtem Salat (nein, wir leben
nicht aus der Dose!😛), einem Schluck Rotwein dazu und dem Beobachten der
erstaunlichen Farbspiele der Abendsonne ausklingen lassen… manchmal möchte ich
Momente konservieren! Mittwoch, 18. Juli 2018
Abwechslung tut gut (2)
Unser nächstes Ziel sollte ein Kontrastprogramm zum
gediegenen Rauma werden. Im Hafenhandbuch suchte ich mir deshalb einen
Naturhafen namens Kaunissari aus, der nur rund 15 sm entfernt lag. Wieder kaum
Wind, nur eine kurze Zeit zog Carsten das Vorsegel als Motorunterstützung hoch.
Inseln und Steine säumten den Weg, den man vorsichtshalber auf offiziellen, in der Seekarte
ersichtlichen Routen abfährt, obwohl die weiten Wasserflächen dazwischen die
Möglichkeit einer Abkürzung suggerieren. Nicht alle Steine sind aber sichtbar
oder in der Karte vermerkt und so könnte der Versuch einer vermeintlichen
Zeiteinsparung schlimme Folgen haben. Am Ziel angekommen finden wir einen Steg
am bewaldeten Ufer der Insel vor, welcher mit fünf Mooringtonnen umgeben ist.
An ihm sind schon zwei Motorboote befestigt und die dazugehörigen finnischen
Familien nutzen die Feuerstelle am Ufer und grillen. Sofort springt ein Mann
auf und hilft beim Anlegen, was mit einem
„Anleger“ in Form eines Gläschens Whisky belohnt wird und auch die
Herzen des Restes der Familie aufschließt. Was für ein perfektes Stückchen
Erde: der am Strand liegende Feuer- und Grillplatz (Roste liegen dabei) wird
vervollständigt durch einen mit geschlagenen Holzscheiten randvollen
Holzschuppen (zur freien Nutzung!), einem Kompost- Toilettenhäuschen im Wald
(incl. Papier) und sichtbaren Pfaden durch den Wald in verschiedenen
Richtungen. Letzteres klingt banal, wer aber mit seinem Hund auf einer
bewaldeten Schäre „Gassi“ gehen will und nur undurchdringlichen Urwald
vorfindet, weiß dies durchaus zu schätzen. Nebenbei bemerkt kosten dieser gepflegte Steg und seine
Anlagen uns nichts! Eine Situation, welche zu Hause, glaube ich, undenkbar wäre.
Nachdem die finnischen Gäste den Ort in Richtung Sommerhaus verließen, nahmen
wir den Steg für zwei Tage allein in Beschlag, nur kurzzeitig unterbrochen
durch Badegäste, die nach einer Stunde wieder
fuhren. Baden, Angeln (ohne Erfolg), Inselerkundungen, Lesen oder
einfach nichts tun- Urlaub pur. Den Abend dann noch mit über dem Feuer
gegrillter Hähnchenbrust auf Couscous mit gemischtem Salat (nein, wir leben
nicht aus der Dose!😛), einem Schluck Rotwein dazu und dem Beobachten der
erstaunlichen Farbspiele der Abendsonne ausklingen lassen… manchmal möchte ich
Momente konservieren! Montag, 16. Juli 2018
Abwechslung tut gut
Die Tage scheinen geradezu zu verfliegen. Gerade erst einen
Text eingestellt, aber schon sind wieder fast 4 Tage vergangen. In vielen
Momenten unserer Reise erweist sich das „Unterwegs- sein“, d.h. sich auf dem
Wasser vorwärts zu bewegen, als eigentlicher Reisemittelpunkt. Dies ist bei
dieser Wetterlage durchaus erholsam: Sonne satt,
Meeresluft und angenehm warme
Temperaturen. Aber irgendwann freue ich mich auch über etwas Abwechslung des
recht gleichförmigen Ablaufes. Mit der Anfahrt auf Rauma schien dies gegeben.
Der Besuch dieser Kleinstadt mit rund 40000 Einwohnern, ca. 90 km nördlich von
Turku (Quelle: Marco Polo, Finnland) versprach interessant zu werden, da deren
Altstadt seit 1991 „als historisches Gesamtkunstwerk“ zum Weltkulturerbe
gehört. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus rund 600 bewohnten
Holzhäusern in verzweigten Gassen und
mit einer Vielzahl kleiner Lädchen und Cafés. Bevor wir diese aber zu Gesicht
bekamen, landeten wir im Gästehafen „Poroholma“. Gleich drei historische
Großsegler (Dreimaster), die heute als Restaurants genutzt werden, begrüßten
uns im Hafen und gaben ein imposantes Bild. Der 5- Sterne- Campingplatz vor dem
Steg imponierte uns dagegen nicht so, er stand sicher nicht gerade für Ruhe und
Idylle, zumal gerade das Wochenende
begann. Nach dem Bezahlen der Hafengebühr von stattlichen 30 € sollte es sofort
losgehen, aber Paule hatte keinen guten Tag. Er rutschte rückwärts von der
Backskiste und brach sich einen Zehennagel der Hinterhand so hoch ab, dass es
blutete und er das Bein nicht mehr belasten wollte. Was tun? Die Innenstadt war
rund 1,5 km entfernt- das brachte für keinen von uns etwas, wenn wir ihn
zwangen mitzulaufen. Also ging es, erstmals im Urlaub, nur zu zweit los. Die
ersten alten Häuser erreichten wir ungefähr 17.00 Uhr und staunten nicht
schlecht, dass sich außer uns so wenige Menschen hier aufhielten. Bald war uns
auch klar warum: am Samstag schlossen die Geschäfte und Lädchen schon 16.00
Uhr. Dabei waren allein die Häuserfassaden wirklich einen Bummel wert! Man fühlte sich schlagartig in eine
andere Zeit versetzt. Ein bisschen wie in der Filmstadt Babelsberg in einer
Kulisse, aber schaute man dahinter, gab es immer weitere liebevoll verzierte Hauseingänge und Giebel und
farbliche Varianten der ersten Ansicht.
Ausfahrt“, gab alles einen Sinn! 😉
Freitag, 13. Juli 2018
Wir fahren nach U-U-u....?!
Wie zur Hölle merkt man sich Uusikaupunki?!
Der Hafen dieser finnischen Kleinstadt war unser nächstes
Ziel in Richtung Norden. Ob am Telefon oder in Gesprächen am Steg- immer
stolperten wir über das für uns ungewohnte und unaussprechliche Wort. Finnen
erklärten uns dann lächelnd, wir könnten uns ja auf Uki einigen. Und dabei wird
Finnisch eigentlich so gesprochen wie geschrieben. Unser Ziel im Urlaub ist es
eigentlich immer, wenigstens ein paar Floskeln in der Landessprache zu
beherrschen. Aber schon ein einfaches „Hyvää päivää“ (Guten Tag) will einfach
nicht im Kopf bleiben. Zu unserem Glück beherrschen fast alle Finnen Englisch
und somit war eine Verständigung bisher meist problemlos möglich.
Uki
erreichten wir am Donnerstag ca. 15.30 Uhr nach wieder 5 Stunden motoren.
Aalglatte See, Sonne satt mit angenehm warmen Temperaturen (über 22°C, schätze
ich) ließen bei mir Urlaubsstimmung aufkommen, beim Segler Carsten aber eher
Frust. Und es ist kein Ende der Wetterlage in Sichtweite…
Die Stadt erwies sich
als gute Möglichkeit Frischwaren nachzukaufen, war baulich aber nicht sehr interessant. Das eine oder andere Gebäude
hatte mit Sicherheit eine Geschichte zu erzählen, aber die fehlenden
Sprachkenntnisse und die kurze Zeit des
Verweilens ließen uns darüber im
Unklaren. Begeisterten mich wenigstens im Hafen die nagelneuen, modern
designten, fast wohnlichen Sanitäranlagen incl. Sauna bei den Frauen und die
endlich mal wieder vorhandene WLAN- Verbindung, konnte Carsten ihm trotz
schönem Sonnenuntergang wenig abgewinnen. Und mit dem Wissen, dass hier bis Freitagabend
25 Holzsegelboote zu einer Art Bootstyp- WM- Regatta eintreffen, fiel uns der
Abschied auch nicht so schwer.
Der Wecker klingelte 6.30 Uhr und nach Paulerunde und „Klar
Schiff“ sollte es ab 8.00 Uhr im benachbarten Vereinshafen eine Tankmöglichkeit
geben. Ziemlich pünktlich für unsere Verhältnisse ging es ohne Frühstück los, …
nur der Tankautomat hatte etwas gegen uns und verweigerte die Arbeit. Eine sehr
freundliche Mitarbeiterin der Motorservicewerkstatt gleich dahinter half uns
beim Überlisten (Barzahlung ;-)). Carsten sah eine Möglichkeit, dass bei dem
vielen Fahren unter Motor sicher bald nötige Öl incl. Filter nachzukaufen, da
die nette Frau auch noch etwas Deutsch sprach. Gesagt- getan. Als er ihr die
Nummer des eingebauten Ölfilters ansagte und sie verwundert feststellte, dass
dies eigentlich ein Dieselfilter sei, blieb ihm fast die Luft weg. Ein Wechsel
war also dringend sofort notwendig! Auf den Schreck hin mussten wir noch nicht
mal den Kaffee der Frau bezahlen. Zeitplanung
ade- Ölfilterwechsel ist angesagt…5 Minuten später tauchte er grienend wieder
aus dem Motorraum auf. Er hatte zuvor die falsche Nummer abgelesen, die des
Dieselfilters! Also alles wieder auf Anfang…10 Minuten später ging die Reise
weiter in Richtung Rauma. Allerdings wollten wir in einem Fischereihafen
Zwischenstation machen.
Donnerstag, 12. Juli 2018
Wie auf einem anderen Stern
Seit einigen Tagen habe ich keine eigene Internetverbindung,
mein preiswerter Handyvertrag lässt dies nicht zu und WLAN gibt es auf den kleinen Inseln von Aland halt nicht. So kann ich
manchmal, ausschließlich für den Blog, Carstens mobile Daten nutzen und fühle
mich ein wenig abgeschnitten von der Welt. Doch wenn ich ehrlich bin- ich
brauche diese Verbindung in Wirklichkeit eigentlich gar nicht, denn die Inhalte der über WhatsApp
verschickten Post haben ja doch meist nur Spaß- oder Unterhaltungsfunktion. Und
wenn ich die lieben Urlaubsgrüße oder Fotos von Freunden ein paar Stunden (Tage
😉) später erhalte, geht die Welt auch nicht unter. Und Informationen von uns
gibt es ja (in unregelmäßigen Abständen, denn dies ist im Urlaub harte Arbeit!)
über den Blog …
Mittlerweile sind wir seit gestern, nach fast 6 Stunden Fahrt unter Motor, auf Jurmo gelandet. Die für die Weiterfahrt zum finnischen Festland strategisch günstig gelegene Schäre Alands sollte laut Hafenhandbuch, der „Bibel“ fürs Segeln, gerade mal einen Gästesteg und Sanitäranlagen haben. Als wir hier ankamen erwies sich dies allerdings als überaltert: es gibt Landstrom und eine Sauna (wie in fast allen finnischen Häfen!) und, das stand natürlich nicht drin, Natur und Einfachheit pur. Eine Dusche/ Toilette pro Geschlecht muss reichen, ein Dorfladen, der gleichzeitig Hafenmeisterei, Cafe und Treffpunkt für alle ist, ein Müllplatz für Gäste und Einheimische (da muss der Müll schon mal mit dem Quad „runtergebracht“ werden), ein Wasserspeicher (welcher am Dienstagabend für zwei Stunden den Dienst einstellte und die Insel Wasser- und Kopflos machte), blühende Wegränder für Bienen und Frauen auf Booten 😊
, verstreute Schwedenhäuschen, ein Badeplatz mit Umkleidehütte, ein „Wanderheim“(JH), ein paar Rinder und Schafe…himmlisch. Als ob die Zeit stehengeblieben ist…Uns beiden tat es fast leid hier weg zu müssen. Da klingelte plötzlich das Telefon und Dieter, ein Freund und Stegnachbar aus unserer Heimatmarina Neuhof, war dran. Schnell wurde uns klar, dass wir uns nur 15sm voneinander entfernt im selben Gebiet befinden. So hatten wir für uns eine gute Begründung einen Tag länger zu bleiben und begrüßten den Weitgereisten (Dieter ist auf „echter“ Ostseerunde und hat nach Polen, dem Baltikum und Finnland schon ca. die Hälfte geschafft) einen Tag später auf einer der 6500 Inseln der Alands- besser hätten wir es nicht planen können …
Dienstag, 10. Juli 2018
Ein bissel wie Karibik ohne Palmen
![]() |
| Mariehamn |
Nach einem Hafentag am Samstag in Mariehamn, der geprägt war
durch pfeifenden Nordwind, Bummel zum Osthafen und der dort liegenden „Pommern“
und dem vergeblichen Versuch, das öffentliche Fußball gucken zu wiederholen
(scheiterte: die Schwedenfans waren zu zahlreich, wir kamen nicht rein!), einem
langen Gespräch mit den finnischen Nachbarn von der Box auf der anderen Seite
bei Wein (auf Englisch, über Gott und
die Welt: puh, anstrengend!) gab uns letztendlich Andreas am Abend bei Wein (diesmal leckerem Roten ;)) den entscheidenden Tipp fürs Weiterfahren: Ankern in einer geschützten Bucht gehöre einfach zu den Schären Alands dazu. Und so ging es Sonntag gegen 14.30 Uhr los auf ein für uns neuartiges Abenteuer.
| Die "Pommern" wird restauriert |
die Welt: puh, anstrengend!) gab uns letztendlich Andreas am Abend bei Wein (diesmal leckerem Roten ;)) den entscheidenden Tipp fürs Weiterfahren: Ankern in einer geschützten Bucht gehöre einfach zu den Schären Alands dazu. Und so ging es Sonntag gegen 14.30 Uhr los auf ein für uns neuartiges Abenteuer.
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